Nach langem Stillstand gibt es nun erstmals einen verbindlichen Zeitrahmen: Der Hamburger Fernsehturm soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2031 wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden. Die zusätzlichen Kosten für die Sanierung will die Stadt Hamburg übernehmen.
Für den seit Anfang 2001 geschlossenen Heinrich-Hertz-Turm liegt damit erstmals ein konkreter Fahrplan für die Wiedereröffnung vor. Aus einer Senatsvorlage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und am Dienstag beschlossen werden soll, geht hervor, dass das 280 Meter hohe Wahrzeichen am Messegelände ab der zweiten Jahreshälfte 2031 wieder öffentlich zugänglich sein soll.
Entscheidung über Mehrkosten für den Telemichel fällt im Januar
Um dieses Ziel zu erreichen, plant der Senat, Mehrkosten in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro gegenüber früheren Kalkulationen zu tragen. Die endgültige Entscheidung darüber soll voraussichtlich Mitte Januar in der Hamburgischen Bürgerschaft fallen. Zuvor hatte bereits das „Hamburger Abendblatt“ über die neuen Pläne berichtet.
Der im Volksmund als „Telemichel“ bekannte Fernsehturm wurde 1968 im Stadtteil St. Pauli eröffnet und steht unter Denkmalschutz. Ursprünglich war eine Wiedereröffnung bereits für 2023 vorgesehen, dieser Termin wurde jedoch mehrfach verschoben.
Sanierungskosten steigen auf fast 40 Millionen Euro
Nach aktuellen Berechnungen der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG), der Eigentümerin des Bauwerks, belaufen sich die Gesamtkosten der Instandsetzung inzwischen auf etwa 39,7 Millionen Euro. Zuvor war man noch von rund 37,1 Millionen Euro ausgegangen. Stadt und Bund sollten sich die Kosten ursprünglich je zur Hälfte teilen. Weitere mögliche Kostensteigerungen würden nach Angaben der DFMG von dem Unternehmen selbst getragen.
Ab dem Frühjahr 2028 soll die Sanierung der Aussichtskanzel in 123 bis 138 Metern Höhe beginnen. Die Ebenen der Stockwerke 13 und 14 sind zur Verpachtung vorgesehen. Geplant ist, dass das 14. Geschoss künftig als öffentlich zugängliche Aussichtsplattform dient, während das 13. Geschoss für Veranstaltungen genutzt wird.
Begrenzte Besucherzahl und bauliche Änderungen
Aus Sicherheits- und Brandschutzgründen dürfen sich künftig maximal 440 Personen gleichzeitig in der Aussichtskanzel aufhalten. Zudem muss das Gewicht der Konstruktion reduziert werden, weshalb der Drehring im 14. Stock entfernt wird. Damit entfällt künftig die Möglichkeit, dass sich die Kanzel dreht.
Neben der Ertüchtigung des Turmschafts ist auch ein neues, ebenerdiges Eingangsgebäude geplant. Dieses soll kreisförmig, vollständig verglast und modern gestaltet sein. Nach Abschluss der Bauarbeiten – derzeit wird von Sommer 2030 ausgegangen – soll der Innenausbau etwa ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Verantwortlich dafür ist die HH Tower Betriebsgesellschaft mbH, ein Konsortium aus der Imvest Gruppe, der Ramp 106 GmbH sowie der Hamburg Messe und Congress GmbH.
Laut Senatsunterlagen rechnet man mit einem breiten Publikum: Einzelbesucher, Familien, Schulklassen, Kita-Gruppen sowie Messe- und Kongressteilnehmer und Touristen sollen den Turm besuchen. Geöffnet sein soll der Fernsehturm täglich von Montag bis Sonntag zwischen 10 und 22 Uhr.
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